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Die Geschichte der Peitz-Achsen: Historie und heutige Ersatzteilversorgung

Mai 12, 2026
Wer sich die Fahrwerkstechnik älterer PKW-Anhänger aus den 70er, 80er oder frühen 90er Jahren ansieht, stößt häufig auf den Namen Peitz.


Das Unternehmen mit Sitz in Paderborn war über viele Jahre ein bekannter Hersteller für Fahrwerkstechnik, Achsen und Bremsanlagen im leichten und mittelschweren Anhängerbau. Die Auflaufeinrichtungen der Baureihe "PAV/SR" und die Peitz-Radbremsen waren in der Branche weit verbreitet. Heute sind jedoch keine neuen Achsen dieses Herstellers mehr erhältlich.

In diesem Artikel von Trailer.One beleuchten wir die Geschichte von Peitz, zeigen auf, welche Firmen nach der Insolvenz aus dem Umfeld des Unternehmens hervorgegangen sind, und klären, ob es Verbindungen zum Mitbewerber Westfalia gab.

Die erfolgreichen Jahre und die Peitz-Bremse

Ende der 1960er Jahre begann Peitz verstärkt mit der Produktion von Gummifederachsen, Drehstabfederachsen und Auflaufeinrichtungen. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg war die Konstruktion der Peitz-Servobremse.
Im Vergleich zu anderen Bremsen auf dem Markt hatte dieses System einen verhältnismäßig kurzen Auflaufweg. Dadurch sprach die Bremse des Anhängers zügig an. Passend dazu entwickelte Peitz spezielle Auflaufeinrichtungen (wie die PAV/SR und PAH Modelle). Diese Bauteile waren robust konstruiert und wurden von vielen Anhängerherstellern als Erstausrüstung verbaut.

Die Übernahme durch BPW im Jahr 1986

In den 1980er Jahren geriet Peitz in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Hohe Produktionskosten und Veränderungen im Markt führten schließlich zur Insolvenz des Unternehmens.
1986 wurde Peitz von der BPW (Bergische Achsen Kommanditgesellschaft) übernommen. In einer Übergangszeit wurden die bekannten Peitz-Produkte noch weiter gefertigt, zum Teil bereits unter dem Namen BPW.
BPW nutzte das vorhandene Wissen und die Anlagen, um den eigenen Bereich der leichten Fahrzeugtechnik (BPW Fahrzeugtechnik in Paderborn) auszubauen. Bis in die frühen 1990er Jahre wurden die älteren Peitz-Systeme noch parallel zu neuen Entwicklungen produziert. Gegen Ende des Jahrzehnts wurde die Fertigung der klassischen Peitz-Komponenten dann vollständig eingestellt.

Die Gründung von WAP Fahrzeugtechnik

Der Ausstieg von BPW aus den alten Baureihen hinterließ eine Lücke auf dem Markt, das technische Wissen der Belegschaft blieb jedoch in der Region erhalten.
Im Jahr 1994 wurde die WAP-Fahrzeugtechnik GmbH im benachbarten Borchen gegründet. Auch ehemalige Peitz-Mitarbeiter waren am Aufbau beteiligt. WAP knüpfte an die Konstruktionsweisen der Paderborner Achsenfertigung an und produziert heute Achsen, Bremsen und Auflaufeinrichtungen. Das Unternehmen ist bis heute ein etablierter Zulieferer in der Anhänger-Branche.

Gab es eine Zusammenarbeit mit Westfalia?

Diese Frage wird uns bei trailer.one öfter gestellt. Die Antwort lautet: Es gab keine direkte Unternehmensverbindung, die Firmen waren lediglich in derselben Region ansässig und standen im Wettbewerb.
Peitz in Paderborn und Westfalia in Wiedenbrück bildeten damals einen räumlichen Schwerpunkt des deutschen Anhängerbaus. Technisch verfolgten sie jedoch unterschiedliche Ansätze:
  • Westfalia nutzte eigene, patentierte Schräglenker-Fahrwerke mit Schraubenfedern sowie eigene Auflaufeinrichtungen (z. B. WAE).
  • Peitz bot in der Regel Standard-Fahrwerke (Gummifeder/Drehstab) an, die an viele verschiedene Fahrzeughersteller geliefert wurden.
Berührungspunkte gab es meist nur dann, wenn Westfalia für einfachere Anhängermodelle auf Standardteile von Zulieferern zurückgreifen musste. Ansonsten handelte es sich um zwei eigenständige Unternehmen.

Ersatzteile für Peitz-Fahrwerke heute

Wer heute einen Anhänger mit einem Peitz-Fahrwerk (z. B. EBD oder EBG Achsen) besitzt, sollte für Reparaturen Folgendes wissen:
  • Komplette Achsen: Neue Peitz-Achsen sind nicht mehr auf dem Markt. Bei größeren Defekten, wie einem durchgerosteten Achsrohr, ist in der Regel eine Umrüstung auf aktuelle Achsen (beispielsweise von AL-KO oder Knott) erforderlich. Ggf. können Achsen auch professionell repariert werden. 
  • Verschleißteile: Für die routinemäßige Wartung ist die Situation deutlich besser. Da noch viele Peitz-Fahrwerke im Einsatz sind, hat der Zubehörmarkt entsprechende Teile im Sortiment.
Ersatzteile sind weiterhin gut verfügbar. Ob Auflaufstoßdämpfer für die PAV/SR Baureihe, Bremsbacken für die Typen R234-76 oder S234R oder neue Faltenbälge: Im Trailer.One Onlineshop bieten wir eine umfassende Auswahl an passenden Ersatzteilen, um ältere Peitz-Anlagen verkehrssicher instand zu halten.
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