Eine Plattform der BÜNTE Marketplace GmbH – nur für Gewerbetreibende! Alle Preise netto zzgl. Fracht und gesetzlicher MwSt.
Du kennst die Situation: Der Anhänger ist voll beladen, du hast ihn gerade vom Auto abgekuppelt und musst ihn „nur mal eben“ noch zwei Meter über den Hof in die Parklücke schieben. Du drückst mit aller Kraft gegen die Deichsel, das kleine Stützrad verhakt sich in einer Bodenwelle – und mit einem hässlichen Knirschen knickt das Rad zur Seite weg.
Stützräder gehören zu den am meisten unterschätzten und gleichzeitig am stärksten beanspruchten Bauteilen am PKW-Anhänger. Bei Trailer.One bekommen wir z.B. über unseren WhatsApp-Service regelmäßig Schadensbilder aus der Praxis. Dabei fällt auf: Das Problem liegt fast nie am Gewicht des Anhängers selbst, sondern an einem Missverständnis bei den Herstellerangaben.
In diesem Artikel klären wir auf, warum so viele Stützräder beim Rangieren kaputtgehen und worauf du beim Kauf wirklich achten musst.
Wenn du ein neues Stützrad kaufst, findest du irgendwo in der Beschreibung: „Stützlast 150 kg“ (oder 250 kg, 400 kg etc.). Viele Anhängerbesitzer denken: Super, meine Deichsel drückt nur mit 75 kg auf das Rad, da habe ich ja massig Puffer!
Der Denkfehler: Diese Herstellerangabe bezieht sich fast immer ausschließlich auf die statische Stützlast. Das bedeutet: Der Anhänger steht völlig still auf einem flachen, betonierten Untergrund.
Sobald du aber anfängst, den Anhänger zu rangieren, wird es dynamisch. Du schiebst z.B. einen beladenen 1,5t-Anhänger über Schotter, Pflastersteine oder eine nasse Wiese. Das Stützrad muss sich mit der Bewegung drehen, bleibt vielleicht in einem kleinen Schlagloch hängen, während du von der Seite weiterschiebst. Zwar wirkt in diesem Moment nicht die gesamte Last des Anhängers auf das Stützrad. Aber die Seiten- und Hebelkräfte sind dennoch so stark, dass die angegebene Stützlast um ein Vielfaches überschritten wird.
Trotz der wirkenden dynamischen Kräfte ist in der Praxis fast nie das Rad selbst das Problem. Die echten Schwachstellen sitzen weiter oben:
Der Klemmhalter (oder "Klemmschelle"): Beim harten Rangieren verbiegt sich die Schelle, die das Rohr hält. Das Stützrad rutscht durch oder steht plötzlich schief.
Der Flansch: Bei Automatik-Stützrädern, die direkt an die Deichsel geflanscht sind, kann die Grundplatte unter den seitlichen Hebelkräften regelrecht abreißen oder die Schrauben verbiegen sich.
Die Spindel im Inneren: Bei günstigen Modellen verbiegt sich die Spindel im Inneren des Stützrads oft sehr schnell
Wenn man sich auf dem Markt umsieht, trifft man auf die großen Platzhirsche der Anhängertechnik wie AL-KO, Knott oder Winterhoff auf bei Stützrädern für Pkw-Anhänger. Daneben gibt es etablierte Spezialisten wie die britische Marke KARTT. Und dann ist da noch der riesige Aftermarket mit bekannten Nachbau-Herstellern wie DTR oder Valeryd.
Doch hier kommt ein offenes Branchen"geheimnis", das in Tests gerne verschwiegen wird: Die meisten Stützräder – völlig unabhängig von welcher Marke– kommen aus exakt denselben großen Produktionswerken in Asien. Ob du nun ein Rad mit oder ohne Logo kaufst, sagt auf den ersten Blick nicht automatisch etwas über seine Belastbarkeit oder Qualität aus. Entscheidend ist nicht zwingend das Logo auf der Kurbel, sondern welche genauen Spezifikationen und Qualitätskontrollen der jeweilige Importeur oder Hersteller beim asiatischen Werk in Auftrag gegeben hat.
Es gibt viele Möglichkeiten, ein Stützrad besser für den Rangiervorgang zu unterstützen. Am Ende bleibt es jedoch bei einer (bitteren) Wahrheit: Am Anhänger befindet sich ein "Stütz"-Rad und kein "Rangier"-Rad. Aus unserer Erfahrung berufen sich alle Anbieter darauf.
Bei Unsicherheit bzgl. der Stützrad-Wahl helfen wir gern!
Keine Beiträge gefunden.
Rezension verfassen