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Radbremsen am PKW-Anhänger identifizieren: Darauf musst du achten

Mai 16, 2026

Die Bremsen an deinem PKW-Anhänger sind verschlissen und es steht ein Wechsel der Bremsbacken an. Doch wer die passenden Ersatzteile bestellen möchte, steht oft vor einem Problem: In den Fahrzeugpapieren steht zwar der Hersteller des Anhängers (z. B. Humbaur, Böckmann oder Eduard), aber nicht, welche Radbremse exakt verbaut ist.


Da Anhängerhersteller Fahrwerkskomponenten in der Regel von großen Zulieferern zukaufen, musst du selbst herausfinden, welches System in deiner Bremstrommel arbeitet. In diesem Ratgeber von trailer.one zeigen wir dir die wichtigsten Kniffe, um Fehler bei der Bestellung zu vermeiden.

Häufiger Fehler: Der Blick auf die Deichsel

Der häufigste Fehler bei der Identifikation der Bremse passiert ganz vorne am Anhänger. Viele Besitzer schauen auf das Typenschild der Auflaufeinrichtung (z. B. AL-KO oder Knott) und bestellen blind die Bremsbacken desselben Herstellers.

Vorsicht: Die Auflaufeinrichtung und die Radbremse müssen nicht zwingend vom selben Hersteller stammen! Es ist durchaus möglich, dass an einem Anhänger eine Knott-Auflaufeinrichtung verbaut ist, die Zugstange aber Bremsen von AL-KO oder BPW ansteuert. Der Blick auf die Deichsel reicht also nicht aus. Du musst direkt an das Rad.

Schritt 1: Das Typenschild auf der Achse suchen

Die sicherste Methode ist der Blick auf das Achstypenschild. Dieses befindet sich meist mittig auf dem Achsrohr.

  • Bei AL-KO Achsen: Suche nach der 6-stelligen ETi-Nummer (beginnt meist mit 811... ). Mit dieser Nummer hast du das System eindeutig identifiziert und kannst im Shop direkt die richtige Stückliste aufrufen.
  • Bei Knott, BPW oder WAP: Auf dem Typenschild steht der Typ der Radbremse, beispielsweise "Typ 20-2425/1" (ein klassischer Knott-Typ) oder "Typ 2051" (AL-KO).

Schritt 2: Das Ankerblech (Bremsschild) prüfen

Wenn das Typenschild auf der Achse verwittert oder unleserlich ist, hilft ein Blick auf die Rückseite des Rades. Das Ankerblech (die feste Metallscheibe, auf der die Bremsbacken montiert sind und in die das Bremsseil mündet) enthält oft wichtige Informationen.

Viele Hersteller stanzen den Typ der Radbremse direkt in das Blech ein. Wenn du den Anhänger sicher aufbockst und das Blech mit einer Drahtbürste reinigst, findest du dort die entsprechenden Kennzeichnungen.

Schritt 3: Messen der Dimensionen

Sollten alle Schilder und Einstanzungen unleserlich sein, musst du die Bremstrommel abnehmen. Die Identifikation erfolgt dann über zwei einfache Messwerte:

  1. Der Innendurchmesser der Bremstrommel (in mm)
  2. Die Breite des Bremsbelags (in mm)

Diese beiden Werte bilden bei fast allen Herstellern die Typenbezeichnung der Bremse.

  • Misst die Trommel innen 200 mm und der Belag ist 50 mm breit, handelt es sich um eine 200x50 Bremse.
  • Bei AL-KO ist dies die weit verbreitete Radbremse Typ 2051.
  • Bei Knott nennt sich das entsprechende Maß Typ 20-2425/1.
  • Andere gängige Maße sind beispielsweise 160x35, 230x40 oder 250x40.

Wenn du diese Maße kennst, hast du die Auswahl im Ersatzteil-Shop bereits auf wenige Artikel eingegrenzt.

Schritt 4: Das "Knott-System" erkennen

Ein wichtiger Kniff, der viel Verwirrung erspart: Nicht überall, wo Knott drinsteckt, steht auch Knott drauf.

Das Knott-Bremssystem hat sich über die Jahre als eine Art Industriestandard etabliert. Viele andere Achsenhersteller wie Nieper, Schlegl, Avonride oder ältere BPW-Modelle nutzen in bestimmten Baureihen Radbremsen, die entweder baugleich zum Knott-System sind oder von Knott stammen.

Du erkennst dieses System beim Öffnen der Trommel meist an der charakteristischen Rückfahrautomatik: Ein beweglicher Gleitnocken an der ablaufenden Bremsbacke, der durch eine Feder gehalten wird. Wenn deine Bremse die Maße 200x50 mm hat und diese Mechanik aufweist, passen in der Regel die Standard-Ersatzteilsets für das Knott-System, auch wenn deine Achse beispielsweise von Nieper stammt.

Zusammenfassung für deine Bestellung

Um die Radbremse zweifelsfrei zu identifizieren, verlässt du dich am besten nicht auf Vermutungen. Prüfe die Typenschilder auf der Achse, suche nach Einstanzungen auf dem Ankerblech oder greife zum Messschieber, wenn die Trommel ohnehin demontiert ist.

Wenn du die Maße und den Hersteller kennst, findest du auf dem trailer.one Marktplatz schnell das passende Bremsbacken-Set oder komplett konfektionierte Reparatur-Kits inklusive aller benötigten Federn.

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